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Autor: IGL

Die Lage in Lorenzkirch kurz vor Ende des 2. Weltkrieges

Die Lage in Lorenzkirch kurz vor Ende des 2. Weltkrieges

Bereits im Februar 1945 errichtete die deutsche Wehrmacht eine Pontonbrücke als Elbübergang zwischen Lorenzkirch und Strehla. Diese sollte die Riesaer Elbbrücke entlasten. 

Flüchtlingsströme, Wehrmachtsangehörige, Kriegsgefangene und KZ- Häftlinge, von ihren Bewachern angetrieben, nutzten hier die Möglichkeit, die Elbe zu überqueren.

Am 22. April lagerten Zehntausende von Menschen auf den Elbwiesen, in den Gärten und auf den Höfen in Lorenzkirch, aber auch in der näheren und weiteren Umgebung des Dorfes. Sie waren mit Pferden, Wagen, Fahrrädern und zu Fuß mit Kindern an der Hand, teilweise mit Kinderwagen, von Schlesien, der Gegend um Guben , Lauchhammer, Elsterwerda, Bad Liebenwerda gekommen. Alle hofften, das westliche Elbufer zu erreichen. 

Doch die Pontonbrücke war an diesem Tag durch einen Elbkahn teilweise zerstört worden und konnte erst ab 17.00 Uhr wieder passiert werden. Die beiden Fähren beförderten ohne Unterlass Menschen über die Elbe, doch sie waren diesem ungeheuren Ansturm nicht gewachsen. Die Menschenmassen stauten sich mehr und mehr.

Gegen 20.00 Uhr rückte die Front immer näher und all diese Menschen gerieten in das Feuer der Roten Armee und der sich zurück ziehenden Wehrmacht. Ein unbeschreibliches Chaos brach aus.

Alles stürmte schreiend und voller Angst auf die Brücke zu, obwohl deren Mittelteil schon ausgefahren war. Die Warnung vor der Sprengung der Brücke wurde von den nachdrängenden Menschen nicht wahrgenommen. 

Gegen 20.30 Uhr wurde diese mit den sich darauf befindlichen Menschen von der Wehrmacht in die Luft gesprengt . Viele ertranken in der Elbe, Hunderte starben im Kugelhagel und durch Granaten, obwohl sie verzweifelt versucht hatten, Schutz zu finden. Erst nach Beruhigung der Kampfhandlungen am 24. April konnte begonnen werden, die Getöteten zu begraben. Den Helfern bot sich ein furchtbar grauenhaftes Bild auf den Marktwiesen, am Fährweg und in den Splittergräben. Überall umgestürzte Wagen, Kinderwagen, ein ausgebrannter Sanitätsbus und entsetzlich zugerichtete getötete Menschen sowie Tiere.

Es wird geschätzt, dass etwa 400 Menschen hier den Tod fanden.

Quelle: Heinz Schöne „Das Jahr 1945 in Lorenzkirch und Umgebung“

            SZ- Artikel aus dem Jahr 2001

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„Das Jahr 1945 in Lorenkirch und Umgebung“    Heinz Schöne

Februar 1945 Pontonbrücke Strehla Lorenzkirch

Flüchtlingsströme aus Schlesien, Wehrmacht, Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge

 Mitte April: Angriffe der anglo-amerikanischen Tiefflieger 

  1. April: ungeheure Menschenmengen, H. Schöne spricht von etwa 10 000, in Richtung Elbe-Pontonbrücke, alle Zufahrtsstraßen hoffnungslos verstopft, überall auf Höfen Gärten, Elbwiesen Flüchtende,

 Brücke gesperrt, weil einige Teile der Brücke durch Lastkahn und LKW zerstört-, Menschenmengen stauten sich, Brücke unpassierbar Zehntausende lagerten auf den Elbwiesen

gegen 20.00 Uhr Lorenzkirch gestürmt vom Oberdorf bis Friedhof Flüchtende geraten in Panik , stürzen schreiend zur Fähre,

20.30 Uhr werden in Brückenmitte Teile entfernt und Rest der Brücke voller Menschen wird gesprengt, um Rote Armee aufzuhalten, Warnrufe wurden von Nachdrängenden nicht wahrgenommen, entsetzliches Chaos entstand, Menschen kamen in Schusslinie der roten Armee und der sich zurückziehenden Wehrmacht, versuchten verzweifelt Schutz zu finden, Hunderte getötet durch Granaten, Kugelhagel oder Ertrinken 

23. April: Aufforderung Bewohner, Dorf wegen einsetzender Kampfhandlungen zu verlassen, 

  1. April: Situation im Dorf; kaum Dorfbewohner zu sehen auf Straße,  bot sich Grauenvolles auf Wiesen und am Fährweg, überall umgestürzte Wagen und Kinderwagen sowie tote Menschen und Tiere, genaue Zahl der Toten nicht abschätzbar
  2. H. Schöne: „über 200 Menschen und 150 tote Tiere begraben, in Massengrab auf Friedhof 51 Personen verschiedener Nationalität, insgesamt etwa 400Tote“ 
  1. April: gegen Mittag auf Strehlaer Seite erste Jeeps, Amerikaner setzen auf  Lorenzkircher Seite über, erste Begegnung zwischen der Roten und der amerikanischen Armee

Quelle: SZ vom 25.04.2010

Anmerkung: Heinz Schöne war der Ortschronist Lorenzkirchs und hat als 15 jähriger dieses grauenvolle Szenario mit erlebt.

Endlich Frieden! Keiner feuert mehr von Westen und niemand feuert mehr von Osten- niemand.“  Alexander Olschanski

Von Stalin und Truman war das erste Treffen zwischen der Roten Armee und der US-Armee für den 27. April 1945 geplant. Jedoch wurden von amerikanischer Seite( 69. US-Division) am 25. April zwei Patrouillen ausgeschickt, um zu erkunden, wo sich Soldaten der Roten Armee befänden. Dabei sollten sie die vorgegebene Grenzlinie nur um 10 km überschreiten.

Doch als Lieutnant Albert Kotzebue erfährt, dass die Rote Armee schon bis zum östlichen Ufer der Elbe vorgestoßen war, legte er diese Weisung sehr großzügig aus. Er beschloss weiterzufahren. Seine Leute waren begeistert und so gelangten sie gegen Mittag in Strehla an. Am gegenüberliegenden Elbufer  auf den Wiesen des Dorfes Lorenzkirch entdeckten sie Angehörige der Roten Armee und gaben das vereinbarte Zeichen, grüne Leuchtraketen, ab. Von der anderen Seite wurden sie aufgefordert, die Elbe zu überqueren. 

Die von der Wehrmacht errichtete Pontonbrücke ragte am Ostufer weit in den Fluss hinein, auf der Seite Strehlas  aber war sie völlig zerstört. Mit einer an der Elbe liegenden Schaluppe, dessen Kette vorher mit einer Granate gesprengt wurde, gelangten sechs von  Kotzebues  Leuten unter größter Mühe gegen 12.30 Uhr ans andere Ufer. Unter diesen waren außer ihm noch die Gefreiten  Ruff und Wheeler, der Soldat Hamlin, der Sanitäter Kowalski und der Gefreite J. Polowski sowie ein Pole.

Alexander Olschewski warf ihnen zum Anlegen eine Leine zu.

A. Kotzebue: „ … und begrüßten Sergeant Olschanski, Oberstleutnant Grigori Goloborodko, seinen Kompaniechef und einen Bildreporter im Range eines Hauptmannes. Um zu den russischen Soldaten zu kommen, die zu unserer Begrüßung herbeikamen, mussten wir buchstäblich knietief durch die Leichen deutscher Flüchtlinge waten,…“

Die Soldaten beider Nationen umarmten sich, tranken gemeinsam und waren voller Freude über das nahe Ende des Krieges. Sie versprachen sich, alles zu tun, damit es solch einen Krieg nie wieder gäbe. Laut Joe Polowski hatten viele, angesichts dieses zwanglosen und feierlichen Augenblicks, Tränen in den Augen. 

J.Polowski: “In diesem historischer Augenblick des Treffen zweier Nationen schworen alle anwesenden Soldaten, Amerikaner und Russen, dass sie alles in ihren Kräften Stehende tun würden, damit so etwas nie wieder der  Welt geschehe. Wir versprachen einander, dass die Nationen unserer Erde in Frieden leben sollten und müssen. Das war unser “Schwur an der Elbe.“

Leutnant Kotzebue erklärte unter anderem auch dem herbeigeeilten Oberstleutnant Alexander Gordejew (Vorausabteilung des 175. Garde-Schützen-Regiments), dass er den Auftrag habe, ein Treffen der Befehlshaber beider Armeen zu ermöglichen.

Daraufhin  erhielt er die Order, von russischen Offizieren begleitet nach Strehla zurückzurudern, um etwa 3 km weiter nördlich die Elbe mit einer Fähre zu überqueren, um dort mit dem russischen General zusammenzutreffen. Es handelte sich um Generalmajor Wladimir Russakow, Kommandeur der 58. Gardeinfanteriedivision.

So fand das erste offizielle Treffen zwischen der Roten Armee und der US-Armee gegen 13.30 Uhr in Kreinitz statt.

Wenige Stunden später um 15.30 Uhr traf die Patrouille unter Lieutnant  William Robertson in Torgau auf Soldaten der Roten Armee. Er erinnerte sich an seine Gedanken in diesem Moment: „Wir alle werden die nächsten Stunden erleben, den nächsten Tag.“

Text-Quellen: „ Yanks treffen Rote“  Militärverlag der DDR „Die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges in Strehla“ Heimatgeschichte von Strehla“               ebenfalls aus beiden Büchern, aufgenommen von A. Ustinow aus der Broschüre „Two memorable Meetings“ Moscow 1975

     

in Publik domain-gemeinfrei s. oben; Quelle:Uwe Niedersen:Elbe link-up, Photo Repord (2005)/National Archives Washington D.C. USA
Amerikanische Patrouille legt am Strehlaer Ufer ab, um nach Lorenzkirch ( im Hintergrund) zu rudern


Zitat: „ Am Ufer wurden sie von den sowjetischen Soldaten und Offizieren sowie einem Frontkorrespondenten empfangen. Sowohl unsere Soldaten salutierten erst einmal, aber dann passierte Folgendes; man schloss sich voller Freude in die Arme, küsste sich und die Schnapsflasche machte zur Begrüßung die Runde.“
J Polwski:“ Es war ein sehr feierlicher Augenblick. Den meisten standen die Tränen in den Augen.“

2. Augenzeugenberichte

Joe Polowsky     Quelle:“Yanks treffen Rote „  Militärverlag der DDR

gegen 11.30 Uhr ; bei Strehla auf russischer Seite Rest einer Stahlbrücke weit in die Elbe hinein, Strehlaer Seite ein Lastkahn u. zwei Segelboote gesichert mit schweren Ketten, Kotzbue sprengte mit Handgranate, ruderten zu Sechst hinüber, drei russische Soldaten kamen , rechts und links war alles mit Leichen bedeckt-Frauen, Kinder, alte Männer-

Russen mussten sich durch Leichen hindurch kämpfen 

     

J. Polowski stehend in Bildmitte

   



Leutnant Albert Kotzebue (Buck)


…, die nördlich von Strehla zur Elbe führt. Wir machten den Strom aus … und blickten angestrengt über ihn hinweg. Ich sah die Überreste einer Pontonbrücke und die Wracks einer Fahrzeugkolonne auf einer Landstraße, die parallel zum Ufer verlief. …

    

Grigori Goloborodko erzählte, dass zu seiner Division 20 000 Soldaten gehört haben, nur acht davon erreichten die Elbe.


A. Kotzebue berichtete ihm , dass er mit seinen Männern von Trebsen käme und den Auftrag hätte, ein Treffen mit den sowjetischen und amerikanischen Befehlshabern zu arrangieren.

Ehrendes Gedenken

Grigori Prokopjew

„ Der Krieg ist dem Menschen wesensfremd. Niemand möchte sterben. Ich glaube und hoffe, dass der Geist der Elbe triumphiert und der Friede den Krieg besiegt.“

Quelle: „Die letzten Tage des Zweite Weltkrieges in Strehla“ Heimatgeschichte von Strehla

Ehrendes Gedenken

Gedenkplatte auf dem Nationalfriedhof in Arlington, Virginia, USA, für die Begegnung US-amerikanischer und sowjetischer Truppen bei Torgau im 2. Weltkrieg

Joe Polowskis Grab in Torgau
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Diese Tafel wurde anlässlich des 70. Jahrestages der Erstbegegnung am Weg zur Fähre nach Strehla enthüllt. An der Alten Salzstraße in der Nähe des Friedhofes wurde im April vor 25 Jahren, also zum 50. Jahrestag, ein Gedenkstein aufgestellt; siehe dritte Fotoreihe vorletztes Foto.
Erinnerung an die Opfer der letzten Kriegstage auf dem Friedhof Lorenzkirchs, niedergelegt am 23. April 2015

Zauberhafte Weihnachten auf dem Hof Lange

Zauberhafte Weihnachten auf dem Hof Lange

(Spendenveranstaltung)

Die Vorweihnachtszeit – für Viele eine der schönsten Zeiten des Jahres; voller Vorfreude, Besinnlichkeit, Wärme und Behaglichkeit!

Dieses gewisse Etwas möchte ein kleiner Weihnachtsbasar auf dem Hof   Lange vermitteln.

Im weihnachtlich geschmückten, ehemaligen Kuhstall erwartet die Besucher eine Ausstellung verschiedenster Exponate, die alle per Hand angefertigt worden sind. Finden sie Gefallen, können diese auch käuflich erworben werden und sicher als kleine, ganz besondere Weihnachtsüberraschung Freude bereiten.

Gemütlich plaudern bei einer Tasse Kaffee oder Tee und einem Stück Weihnachtskuchen wird im Weihnachtskaffee gut tun. Wer Herzhaftes mag, für den wird auf dem Hof Lange gegrillt.  Kinder lieben Überraschungen. Da ist sicher was dabei.

Zu unserer großen Freude hat sich die Ortsfeuerwehr Lorenzkirch bereit erklärt, uns kräftig zu unterstützen. Sie übernimmt die gesamte Organisation und auch das Grillen selbst, stellt der IGL Biertischgarnituren und Heizpilze zur Verfügung und wird auch einen Spendenbeitrag leisten.

Dafür unseren aller herzlichsten Dank!

Es ist unser Wunsch, dass zahlreiche Neugierige aus Nah und Fern den Weg hierher finden und  dass es für alle ein schöner Nachmittag werden wird. 

Der erzielte Erlös dient als Spende für den Spielplatz in Lorenzkirch und für die Durchführung weiterer kulturellen Veranstaltungen.

Veranstalter: Interessengemeinschaft Lorenzkirch( IGL)mit Unterstützung der Feuerwehr Lorenzkirch


Die Vorbereitungen für dieses Fest waren ziemlich umfangreich. Die der IGL und die Feuerwehr Lorenzkirch hatten alle Hände voll zu tun.

Wird alles so verlaufen, wie wir es erwarten? Wird die Hofweihnacht gut angenommen? Das waren unsere Gedanken während dieser Zeit.

Gegen 14.00 Uhr kamen die ersten Gäste, besichtigten den Ausstellungsraum, welcher früher der Kuhstall war. Ihr Erstaunen war groß, denn dieser war kaum wieder zu erkennen. Er hatte sich in ein kleines Weihnachtsland verwandelt. Dann ging es zum Plausch in die Kaffeestube. Unsere älteren Einwohner genossen sichtlich das Beisammensein bei Kaffee und Kuchen.


Im schön hergerichteten Frühstücksraum der Pension Lange lagen weiche Lümmel-Kissen auf dem Boden. Begeistert sahen sich die Kinder Astrid Lindgrens Geschichte vom Schneemann an. Diese Schattentheateraufführung gefiel ihnen so gut, dass sie mehrfach wiederholt werden musste. Vielleicht interessieren sich auch andere Kinder dafür und sind im nächsten Jahr mit dabei.

Langsam dunkelte es draußen. Tannenbäume und Feuerschalen verbreiteten eine weihnachtliche Atmosphäre. Dicht drängten sich die Besucher auf dem Hof. Bratwürste auf dem Rost, heißer Glühwein und eine Feuerzangenbowle lockten sie herbei.

Zu unserer Freude befanden sich unter den Besuchern auch der Bürgermeister der Gemeinde Zeithain, Herr Hänsel, mit seiner Familie sowie auch Herr Marcus Thieme vom Ministerium für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft mit seiner Frau.

Nicht alles gelang uns gut, so z.B. kam die Ausstellung der Bilder nicht genügend zur Geltung. Auch würden wir die älteren Einwohner, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, auf ihren Wunsch hin gern abholen. Sie sollten nicht allein gelassen werden. Das und noch einige kleine Dinge müssen beim nächsten Mal verändert werden. Denn ein nächstes Mal in der Weihnachtszeit des Jahres 2020 wird es ganz sicher geben.

Unser herzliches Dankeschön gilt allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben.

Ein Spielplatz für die Kinder Lorenzkirchs

Ein Spielplatz für die Kinder Lorenzkirchs

Die Gemeinde Zeithain, zu der auch Lorenzkirch gehört, hat die Finanzierung und den Bau eines Spielplatzes in unserem Ort in ihrem Haushaltsplan im Mai 2019 bestätigt. Die Agrargenossenschaft Kreinitz stellt das Areal zur Verfügung. Damit geht ein lang gehegter Wunsch unserer Kinder und ihrer Eltern in Erfüllung. Durch den Bau eines Spielplatzes wird unser Dorf attraktiver und trägt zur Entwicklung eines sanften Tourismus bei.

Kommen Radler mit ihren Kindern nach Lorenzkirch und übernachten in der Pension „Hof Lange“, so ist eine ihrer ersten Fragen: “ Gibt es hier einen Spielplatz?“ Ja, sie suchen sich sogar für ihre Tour solche Orte aus.

Bis in die 1930er Jahre waren auch die Schifffahrt und die Fischerei in Lorenzkirch von großer Bedeutung. Deshalb würde sich die Interessengemeinschaft Lorenzkirch ein Schiff als Spielgerät wünschen, auf dem Kinder von 3 bis 12 Jahren spielen können.

Spielschiff Piraten
Spielschiff Schatzsucher
Spielschiff Arche Noah
Spielschiff Wrack Kakadu

Wie weit ist dieses Projekt gediehen? Laut Aussage des Bürgeramtsleiters ,Herrn Koßwig, muss zuerst die Baugenehmigung erteilt werden und dann beginnt die Planungsphase. Die hier vorgestellten Spielgeräte sind nach dem Preis geordnet. Welches verwirklicht werden kann, hängt von der Höhe des Preises ab. Das Spielschiff Piraten ist das preisintensivste, dem schließt sich das Spielschiff Schatzsucher an, nicht ganz so preisintensiv. Dafür muß einiges an Spenden gesammelt werden.

Doch Träume sind zum Verwirklichen da.

Der Lorenzmarkt

Der Lorenzmarkt

            Der Lorenzmarkt

Ein so großer Markt und ein so kleines Dorf? Wie ist das möglich?

Man muss, um dies zu verstehen, schon etwa 1000 Jahre zurückgehen. Entlang des Zeilendorfes Lorenzkirch führt eine einzige größere Straße, die „Alte Salzstraße“. Dieser Name bringt uns dem Rätsel schon etwas näher. Im Mittelalter war Salz sehr kostbar und so führte eine besondere Handelsstraße, auch Hohe Straße oder Via Regia genannt, von Frankfurt am Main bis nach Krakau. Auf dem Weg nach Osten musste die Elbe überquert werden. Das war hier durch eine Elbfurt bei Strehla und Lorenzkirch möglich. War der Wasserstand so hoch, dass eine Durchquerung der Elbe nicht möglich schien, lagerten die Händler an dem Elbufer. Es entwickelte sich ein Handel mit den hier Ansässigen. Lorenzmarkt dazu zu sagen, wäre übertrieben. 

Das sollte sich ändern. Im 10. Jahrhundert siedelten sich  niederländische Christen (Flamen) an und bauten eine Art Heiligtum. Es wurde dem heiligen Laurentius geweiht, der wegen seines Glaubens im Jahre 258 verbrannt wurde. Dadurch wurde Lorenzkirch im Mittelalter zu dem berühmtesten Wallfahrtsort der Gegend. Am Laurentiustage  pilgerten die Leute aus der Umgebung somit alljährlich hierher. Es gab allerlei Lebensmittel, Kramwaren und vielerlei Belustigungen. Bis 1860 war der Lorenzmarkt ein reiner, zweitägiger  Krammarkt.

Noch größere Bedeutung erlangte er, nachdem in dem selben Jahr der Kurfürst von Sachsen die Erlaubnis erteilte, auch einen Viehmarkt abhalten zu dürfen. Es verwundert also nicht, dass in seiner Blütezeit von etwa 1830 bis 1860 Zehntausende diesen Markt besuchten.

Auszug aus dem Meißner Tageblatt; 5. Jahrgang, Nr. 11

Für diejenigen, die diese alte Schrift nicht lesen können;

„Überfahrt! Dauernd verkehren die Kähne. Wir benutzen die große Fähre, die uns auf die allerdings riesige, über einen Kilometer lange und mehr als 200 Meter breite Festwiese absetzt, und – sind auch schon mitten im Zigeunerlager der ungarischen Pferdehändler. Echte Puszta-Kinder schauen glutäugig aus den Gardinenfenstern der beinahe protzigen Wohnwagen, kochen am offenen Feuer, spielen auf dem Rasen in paradiesischer Freiheit… . Zwischen Stangengerüsten hin führt der Weg zu den Ausstellungen landwirtschaftlicher Maschinen und nun beginnen die Budenreihen. Das übliche Jahrmarkts… größeren Stils. Und doch ein anderes. Die praktischen, den Bedürfnissen der Landleute entgegenkommenden Waren, geben den Ausschlag.  Aus allen Gegenden des Sachsenlandes und aus dem benachbarten Preußen sind die Verkäufer da… . Ohrenbetäubender Lärm schon am frühen Morgen. Der Betrieb des Vergnügungsteiles ist in vollem Schwunge. Schank-und Speisezelte sind überfüllt. Der Bauer lässt seinen Magen nicht knurren. Wir auch nicht. Erst 10.00 Uhr vormittags. Aber in dem von altersher die Hauptattraktion des Platzes bildenden großen hochgedachten Wein- und Tanzzelt ist kaum ein Stuhl zu kriegen… .“

Zigeunerwagen auf dem Lorenzmarkt

Nun ein Sprung in das vergangene Jahrhundert

In der DDR war der Lorenzmarkt äußerst beliebt. Die Menschen strömten von überall her nach Lorenzkirch, ob mit dem Fahrrad, dem Auto oder dem Motorrad. Die Vorgärten waren mit Fahrrädern vollgestellt. Ein hübscher, kleiner Hinzuverdienst für die Dorfbewohner. Diese identifizierten sich mit dem Lorenzmarkt, denn sie hatten dessen gesamte Organisation übernommen. Ein Grund für dessen Beliebtheit: Hier gab es außerdem Waren, die man sonst vergeblich suchte. Weit und breit war  ein Markt dieser Art nicht zu finden. Bis zu 50 000 Menschen besuchten ihn.

Parkplatz des Lorenzmarktes 1972

Selbst ein Pferdemarkt wurde damals noch abgehalten.

Heute noch wird er gern besucht, doch die Anziehungskraft früherer Jahre besitzt der Lorenzmarkt nicht mehr. Dennoch ist er sehr empfehlenswert.

Am Freitag, um 17.00 Uhr, wird der Markt mit einem Marktgottesdienst eröffnet. Sehr beliebt ist die „Erste sächsische Kaffeestube“ im Garten des Pfarrhauses im Schatten alter Bäume. Sie wird sehr gern besucht. Das sind alte Traditionen, die bis heute erhalten geblieben sind.

Die Krönung  des ersten Tages bildet das wirklich schöne Feuerwerk am Freitagabend. 

Es gibt Bemühungen, den Lorenzmarkt wieder attraktiver werden zu lassen. Seit wenigen Jahren wird er durch eine Oldtimer-Parade auf der Alten Salzstraße bereichert. Anschließend werden die Oldtimer auf der Festwiese ausgestellt und es darf gefachsimpelt werden.

Also nichts wie hin! 

Der Lorenzmarkt und seine Attraktionen werden sicher vom 02.08. bis 05.08. 2019  wieder Jung und Alt anziehen.

Chor der internationalen Schule Prag

Chor der internationalen Schule Prag

ISP Community Choir  ( Chor der Internationalen Schule Prag )  

                               am 18. Mai 2019 um 17.00 Uhr 

                       in der Sankt Laurentius Kirche zu Lorenzkirch

Die Mitglieder des Chores sowie alle Akteure und Organisatoren dieses Konzertes

Der Chor der Internationalen Schule von Prag (ISP) wurde 2015 gegründet. Er besteht aus Lehrern, Eltern, Schülern und dem Führungsteam dieser  Schule. Zu seinem breiten Repertoire gehört Musik aus der ganzen Welt, einschließlich Volksmusik, Spirituals, Gospelmusik und westliche klassische Musik. Die Mitglieder stammen aus Tschechien, Litauen, Australien, Irland, Neuseeland, Ägypten und Amerika.

Jeremy Chapman, der Musikdirektor des Chors, wurde in Ägypten geboren und verbrachte seine frühen Jahre in Beirut, Libanon. Er unterrichtet Musik bei ISP und ist aktiver Flötist und Saxophonist in der Prager Jazzszene.

Die Darbietungen des Chores fand sehr großen Anklang bei den Zuhörern.

Im Mai diesen Jahres wird der Chor wieder in Lorenzkirch singen. Die Sängerinnen und Sänger waren vom Publikum, der hervorragenden Akustik der Sankt Laurentius Kirche und derer selbst begeistert. Auch Lorenzkirch gefiel ihnen sehr. 

Damit die Zuhörer Freude am Mitsingen haben werden, studiert der Chor zwei Lieder in deutscher Sprache ein.  

Die Elbfähren

Die Elbfähren

Bereits 1472 wurde eine Fähre bei Strehla erwähnt, vermutlich die Große Fähre. Doch erst im Jahre 1704 wurde die Fähre für die Öffentlichkeit freigegeben. In den Jahrhunderten davor war dies nur mit Genehmigung des Landesherren möglich. Seither herrschte zwischen Strehla und Lorenzkirch eine rege genutzte Fährverbindung. In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wurde eine Anlegestelle für die Wagen-und Personenfähre vorgegeben.  Sehr zum Bedauern der Anwohner wurde die Wagenfähre ,Baujahr 1936, im Jahr  2010 stillgelegt und am 07.11. 2011 nach Brandenburg gebracht.